Wer sich auch nur ein bisschen für Hautpflege interessiert, ist früher oder später über den Begriff "Double Cleansing" gestolpert. Was klingt wie ein aufwendiger Extra-Schritt in einer ohnehin schon langen Abendroutine, ist in Korea seit Jahrzehnten gelebte Selbstverständlichkeit – und das aus gutem Grund.

Ein Öl Cleanser besteht nicht nur aus Öl, mit Wasser muss der Reiniger emulgieren können, um keine Rückstände in den Poren zu hinterlassen
Die koreanischen Wurzeln
Double Cleansing ist ein zentraler Bestandteil der koreanischen Hautpflegeroutine, die weltweit als eine der fortschrittlichsten gilt. In Korea hat Hautpflege eine tiefe kulturelle Bedeutung – makellose, gepflegte Haut gilt seit Jahrhunderten als Zeichen von Gesundheit und Selbstachtung. Die koreanische Beauty-Industrie hat diese Tradition über Generationen hinweg professionalisiert und wissenschaftlich untermauert.
Der Grundgedanke hinter der doppelten Reinigung ist simpel und einleuchtend: Verschiedene Arten von Schmutz benötigen verschiedene Arten von Reinigung. Wer das übersieht und abends nur mit einem einzigen Produkt über das Gesicht wischt, reinigt vielleicht oberflächlich – aber eben nicht tief genug.
Das steckt dahinter: Öl löst Öl
Das Prinzip des Double Cleansing basiert auf einem chemischen Grundsatz: "Like dissolves like" – Gleiches löst Gleiches. Die Haut produziert täglich Talg, einen öligen Schutzfilm. Gleichzeitig tragen wir Sonnenschutz, Foundation, Concealer und andere Produkte auf, die ebenfalls öl- oder wachsbasiert sind und sich mit Wasser kaum entfernen lassen.
Genau hier liegt das Problem mit herkömmlichen Cleansern: Sie sind auf wasserlöslichen Schmutz ausgelegt – Schweiß, Staub, Umweltverschmutzung. Mit Talg, der sich in den Poren festgesetzt hat, oder mit wasserfestem Mascara kommen sie oft kaum ran. Das Ergebnis: Die Haut fühlt sich nach dem Waschen zwar frisch an, ist aber in Wahrheit nicht wirklich sauber. Überschüssiger Talg und Produktreste bleiben zurück, setzen sich in die Poren und können langfristig Unreinheiten, vergrößerte Poren und einen unebenen Teint begünstigen.
Ein ölbasierter Cleanser löst dieses Problem: Er bindet öllösliche Verunreinigungen, darunter auch den überschüssigen Talg in den Poren, und macht sie abspülbar. Anschließend sorgt ein wasserbasierter Cleanser dafür, dass auch die letzten Reste von Schweiß und Schmutz entfernt werden – und das Gesicht wirklich blank ist.

Jedes Double Cleansing ist ein kleine Ritual der Auszeit und eine durchblutende Massage für straffe Haut
Schritt für Schritt: So funktioniert es richtig
Schritt 1 – Die ölbasierte Reinigung: Zuerst wird ein Cleansing Oil oder Cleansing Balm auf das trockene Gesicht aufgetragen und sanft einmassiert – mindestens 60 Sekunden lang. In dieser Zeit löst das Öl Make-up, Sonnenschutz und Talg. Gibt man dann etwas Wasser hinzu, emulgiert das Produkt: Es wird milchig, verbindet sich mit den gelösten Verunreinigungen und lässt sich leicht abspülen. Produkte, die nicht emulgieren, also reines Kokosöl oder Mandelöl, hinterlassen hingegen einen öligen Film und lassen sich schlechter abspülen – für Mischhaut oder fettige Haut keine gute Wahl.
Schritt 2 – Die wasserbasierte Reinigung: Im Anschluss folgt ein milder Washer-Cleanser, etwa ein Gelschaum, eine Cleansing Milk oder ein Schaumreiniger. Er entfernt wasserlösliche Rückstände und stellt sicher, dass kein Ölfilm auf der Haut verbleibt. Nach diesem Schritt sollte die Haut sich sauber, aber nicht ausgetrocknet anfühlen – ein Zeichen dafür, dass der Cleanser sanft und hautfreundlich ist.
Für wen ist Double Cleansing geeignet?
Die kurze Antwort: für die meisten Menschen, die abends Make-up oder Sonnenschutz tragen. Wer täglich LSF aufträgt – und das sollte eigentlich jede Person tun – profitiert vom ersten Reinigungsschritt erheblich, da sich Sonnenschutzfilter oft hartnäckig auf der Haut festsetzen.
Besonders sinnvoll ist Double Cleansing außerdem bei zu Unreinheiten und Mitessern neigender Haut. Da Talg eine der Hauptursachen für verstopfte Poren ist, kann die konsequente Ölreinigung langfristig zu einem klareren Hautbild beitragen. Ironischerweise scheuen genau Menschen mit fettiger Haut oft den ersten Schritt mit dem Öl-Cleanser – dabei ist er für sie besonders wertvoll.
Bei sehr trockener oder sensibler Haut empfiehlt sich etwas Vorsicht: Zweimal täglich doppelt zu reinigen kann auf Dauer austrocknen. Hier reicht Double Cleansing einmal am Abend vollkommen aus – morgens genügt oft nur lauwarmes Wasser oder ein besonders milder, einziger Cleanser.
Nicht jedes Produkt ist geeignet – auf die Kombination kommt es an
Ein häufiger Irrtum beim Double Cleansing: Dass zwei beliebige Reinigungsprodukte schon ausreichen werden. Dabei ist genau die Auswahl und das Zusammenspiel der Produkte entscheidend – denn falsch kombiniert kann die Methode die Haut sogar belasten, Poren verstopfen oder einen unangenehmen Film hinterlassen.
Für den ersten Schritt eignen sich ausschließlich ölbasierte Produkte, die sich beim Kontakt mit Wasser emulgieren – also milchig werden und sich sauber abspülen lassen. Reines Pflanzenöl wie Kokosöl mag verlockend einfach klingen, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Es emulgiert nicht und lässt sich kaum vollständig abspülen. Die Rückstände setzen sich in die Poren und können langfristig Mitesser und Unreinheiten begünstigen – das Gegenteil des gewünschten Effekts. Ein hochwertiges Cleansing Oil oder ein Cleansing Balm, der speziell für das Gesicht formuliert wurde, ist hier klar die bessere Wahl.
Der zweite Schritt stellt sicher, dass keine Ölrückstände auf der Haut verbleiben – und genau deshalb sollte der wasserbasierte Cleanser nicht einfach irgendein Produkt sein. Ideal ist ein schaumender, sanfter Reiniger, der einerseits gründlich genug ist, um letzte Ölspuren und Produktrückstände zu lösen, andererseits aber die natürliche Schutzbarriere der Haut nicht angreift. Ein zu aggressiver Schaumreiniger entfernt nicht nur den Schmutz, sondern auch wichtige Hautfette – die Haut reagiert darauf mit Trockenheit oder paradoxerweise mit noch mehr Talgproduktion.
Kurz gesagt: Die Produkte müssen aufeinander abgestimmt sein. Ein emulgierendes Öl im ersten Schritt, gefolgt von einem sanften, leicht öllösenden Schaumreiniger im zweiten – erst dann entfaltet Double Cleansing seine volle Wirkung, ohne die Haut zu belasten.

Das Ergebnis wünscht sich jeder: reine, feinporige, ebenmäßige Haut mit gesundem vitalen Glow
Warum ist Double Cleansing so beliebt?
Double Cleansing hat sich weltweit durchgesetzt, weil es funktioniert – und weil viele Menschen erst nach dem Umstieg merken, wie unvollständig ihre bisherige Reinigung war. Wer einmal ausprobiert hat, wie sich die Haut nach einer sorgfältigen Doppelreinigung anfühlt – weich, sauber, ohne den unangenehmen Spannungsgefühl nach aggressiven Cleansern – will nicht mehr zurück.
Dazu kommt, dass Double Cleansing die Wirksamkeit der restlichen Hautpflege steigert. Seren, Feuchtigkeitscremes und Wirkstoffe können deutlich besser in die Haut einziehen, wenn diese wirklich gründlich gereinigt ist. Die Pflege wirkt auf sauberer Haut also schlicht effizienter – das macht Double Cleansing zu einer Investition, die sich durch die ganze Routine zieht
Fazit: Zwei Schritte, großer Unterschied
Double Cleansing ist kein Trend, der genauso schnell verschwindet, wie er aufgetaucht ist. Es ist eine fundierte Reinigungsmethode, die auf einem simplen chemischen Prinzip basiert und seit Generationen in Korea erprobt ist. Wer abends konsequent zweifach reinigt, legt das beste Fundament für gesunde, gepflegte Haut – und merkt schon nach wenigen Wochen, dass sich der kleine Extra-Aufwand lohnt.








1 comment
Richtig geil, ich habe auch Double Cleansing probiert und mich immer gefragt wieso meine Haut sich komisch ölig anfühlt, aber es macht total Sinn, dass man nicht einfach Öl verwendet. Ich liebe eh euere Snail Cream von Avca. Sofort euer Set bestellt 🤩🤩🤩